Erhöhte Dextromethorphankonzentrationen und Risiko eines Serotonin-Syndroms

Nummer: 7185 Stufe: 13

Die gleichzeitige Einnahme von Fluoxetin und Dextromethorphan kann die Gefahr für Toxizitäts-Symptome durch erhöhte Dextromethorphan-Spiegel (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Halluzinationen, Sehstörungen) sowie für das Auftreten eines serotoninergen Syndroms erhöhen. Bei einer 32-jährigen Patientin kam es zu visuellen Halluzinationen unter Dextromethorphan, nachdem sie seit 18 Tagen Fluoxetin eingenommen hatte. Gemäss Fachinformation ist die gleichzeitige Gabe von Dextromethorphan und serotoninergen Arzneimitteln kontraindiziert.

Interaktion Stufe 13
13
Stufe

Details der Interaktion

Gruppe 1
N06AB03
Gruppe 2
R05DA09
Beschreibung der Stufe
Kombination meiden
Mechanismus
Fluoxetin ist Substrat und gleichzeitig starker Inhibitor des CYP2D6-Isoenzyms. Dextromethorphan ist CYP2D6-Substrat. Fluoxetin wirkt als selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und auch für Dextromethorphan ist eine Wiederaufnahmehemmung von Serotonin beschrieben.
Empfohlene Massnahmen
Die Kombination ist zu vermeiden. Gemäss Fachinformation (Dextromethorphan) ist die Kombination mit serotonergen Arzneimitteln kontraindiziert. Hustenmittel, die Dextromethorphan enthalten, sollten durch andere Präparate ersetzt werden. Fluoxetin und sein aktiver Metabolit haben eine sehr lange Halbwertszeit (bis zu 6 bzw. 16 Tagen), sodass auch nach Absetzen des Arzneistoffes Interaktionapotential besteht. Sollte die Kombination nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung dennoch gegeben werden, muss auf Anzeichen eines beginnenden Serotoninsyndroms (z.B. Hyperthermie, Rigidität, Myoklonus, vegetative Instabilität) sowie Hinweise auf Dextromethorphan-Toxizität geachtet werden. Bei Anzeichen ist die Therapie unmittelbar zu unterbrechen.
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